
Liebherr-Trio mit Zugkraft (v.l.): Nicole Ganzenmüller, Martin Ludwig und Roman Möhlinger
Im Unternehmen verteilt sich die Last auf breite Schultern: Wie die „maritimen Kräne“ sind die „Hausgeräte“ je eine von 13 Liebherr-Konzernsparten, die sich in ihren unterschiedlichen Konjunktur- und Ertragszyklen ausgleichen. Dadurch bleibe die finanzielle Kraft für Investitionen in dem inhabergeführten Unternehmen mit 14,8 Mrd. Euro Umsatz nach eigenen Angaben gesichert: Über 1 Mrd. Euro hat Liebherr im vergangenen Jahr investiert – auch in Kühl- und Gefriergeräte-Technologie. Wo die Schwerpunkte für die Hausgeräte-Zukunft liegen, fasst hitec für Sie zusammen.

Martin Ludwig, Head of Business Area Western Europe der Liebherr-Hausgeräte Vertriebs- und Service GmbH
Auch wenn die Branche hierzulande schwächelt: Die Kühl- und Gefriergerätesparte von Liebherr segelt trotz rauem Wetter weiterhin hoch am Wind. So konnte man im vergangenen Jahr beim Umsatz um 6,9 % auf 1,17 Mrd. Euro Umsatz abermals zulegen. 80 % vom Umsatz entfallen auf die EU, die Hälfte davon auf Deutschland und Frankreich. Ludwig: „Nach den fetten Jahren hat sich der Wind im Markt zwar gedreht, aber wir verzeichnen ein kontinuierliches Wachstum über Jahre hinweg. Liebherr hat eine gesunde Entwicklung auf einem breiten Fundament. Wir konzentrieren uns weniger auf Kameras im Kühlraum und andere Gimmicks, sondern auf das, was das Geschäft ausmacht. Und der wichtigste Erfolgsfaktor ist der Ertrag – für uns und unsere Fachhandelspartner.“

Stark, zuverlässig, solide - aber beweglich: Typisch Liebherr
Im Heimatmarkt konnte Liebherr im vergangenen Jahr einen besonderen Erfolg erzielen: Laut NIQ GfK Panelmarkt ist Liebherr die Nr. 1 im deutschen Markt. Ludwig: „Made in Germany funktioniert nach wie vor, auch in Deutschland. Die Zahlen unterstreichen eindrucksvoll unserer Position als führender Premiumanbieter im Segment Kühlen und Gefrieren in Deutschland. Wir sind der letzte Spezialist in der Branche und trotzdem die Nummer Eins. Dieser Erfolg in einem rückläufigen Markt macht uns stolz. Denn es ist ein gemeinsamer Erfolg mit dem Fachhandel, der mit uns zusammen auf Vertrauen und Werte setzt.“ Den Status als „meistgekaufte Marke für Kühl- und Gerfriergeräte in Deutschland“ feiert die Marke in der Kommunikation gebührend ab. Getreu dem Motto „Kunden wollen bei Siegern kaufen“ will man die Marktposition gemeinsam mit dem Handel am PoS weiter sichtbar machen: Das „#1 – Meistgekaufte Marke“-Logo wird auch weiterhin die Marketingkommunikation zieren.

Nicole Ganzenmüller, Team Leader Regional Communication Germany
Dabei bleibt der Fachhandel der wesentliche Part der Omnichannel-Strategie und das selektive Vertriebssystem mit klar definierten Kriterien Kern des Qualitätsvertriebs. Ludwig: „Die, die den Mut haben, auf unsere starke Marke zu setzen, wachsen überdurchschnittlich. Der Fachhandel erzielt mit Liebherr-Premiumgeräten einen hohen Durchschnittserlös und wir ermöglichen ihm eine gute, leistungsgerechte Handelsmarge. Hinzu kommt eine hohe Endkundenloyalität zur Marke, eine wiederkehrende Nachfrage und eine hohe Weiterempfehlungsrate.“

Roman Möhlinger, Regional Communication Germany
Die Konzentration auf die Kernkompetenzen soll auch künftig die Strategie der Liebherr-Hausgerätesparte auszeichnen. Als „verlässlicher Zukunftspartner“ legt man den Fokus auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Innovative Technologien, wie BioFresh und Sorgenfreiheit durch die 10-Jahre Garantie, stellt man in den Mittelpunkt der 360Grad-Kampagne. Durch kurze Lieferwege und ein flächendeckendes Servicenetz stelle man sich kundennah auf, Tradeplace soll als neuer Maßstab in Sachen Information und Order für den Fachhandel ausgebaut werden. Hier geht es darum, weniger Aufwand und mehr Effizienz in den Informations- und Bestellprozess zu bekommen.

Liebherr Werk für "Maritime Kräne" am Rostocker Hafen
Gerade im Bereich Supply Chain & Logistik stellt sich der Anbieter den aktuellen Herausforderungen – vor allem auch wichtig für den wachsenden Wettbewerb der Liebherr-Fachhändler mit neuen Handelskontrahenten. Das Projekt mit der „Mission Liefertermin“ soll die Lagerverfügbarkeit erhöhen und die Auslieferung beschleunigen. Die richtige Ware zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort spielt auch bei der Neuheiteneinführung eine wichtige Rolle, so Nicole Ganzenmüller, Team Leader Regional Communication Germany: „Wir wachsen in neuen Dimensionen, mit unseren XL und XXL-Produkten im wahrsten Wortsinn. Logistik und Lieferfähigkeit sind auch deshalb von wachsender Bedeutung für uns und unsere Fachhandelspartner. Unsere Neuheiten zur IFA werden ab September voll lieferfähig sein.“

Eingespieltes Liebherr-Team: Nicole Ganzenmüller und Martin Ludwig
Darüber hinaus sorgt Liebherr mit vier Aktionen für Frequenzsteigerung im Fachhandel. Im Rahmen der 360°-Kampagne sollen starke Impulse und ein echter Mehrwert für die Handelspartner geschaffen werden. Zwei Zugabe-Aktionen am POS, ein Gewinnspiel für Endkunden und erstmals einen Sales Contest für die Fachhandelspartner gehen an den Start. Ludwig „Unsere aktuellen handelsorientierten Maßnahmen zur Steigerung der Frequenz heben deutlich hervor, wie wichtig uns die Unterstützung unserer stationären Fachhandelspartner ist. Dabei setzen wir bewusst auf eine starke Kombination aus echtem Kundennutzen und attraktiven Verkaufsimpulsen. Ganz besonders freut es uns, dass wir mit unserem erstmaligen „Sales Contest“ die Leidenschaft und das Engagement der besten Verkaufsteams unserer Händler honorieren können.“

Standort mit Aussicht: Liebherr in Warnemünde
Durch den klaren Fokus auf die Frequenzsteigerung im Handel will sich der Kühlgerätespezialist mit seinen Marketingaktionen von Wettbewerbern unterscheiden. Ganzenmüller unterstreicht: „Wir wollen den Mut zum hochwertigen Verkaufen unterstützen. Wir bieten begeisternde Innovationen, die den Alltag unserer Endkunden erleichtern. Durch unsere Aktionen positionieren wir diese mit frischen Impulsen im Fachhandel.“ So will man auch 2026 mit Zuversicht und Zusammenhalt durch jede Wetterlage der Branche …
FOTOS: HITEC
Autor: Joachim Dünkelmann

Dieser Artikel ist am 3. Juni 2026 erstmals erschienen in "hitec news", dem 14-tägigen Branchen-Newsletter.
