IFA
"Very Special Edition"

Jetzt erst recht: In kürzester Zeit hat das IFA-Team ein neues Konzept auf die Beine gestellt, um der Branche auch in Corona-Zeiten eine Plattform zu bieten. Die hitec-Redaktion sprach mit Jens Heithecker, IFA Executive Director und Executive Vice President Messe Berlin Group, über das, was den Handel auf der IFA Special Edition vom 3. bis 5. September in Berlin erwartet.
hitec: Herr Heithecker, die IFA 2020 wird anders - in vielerlei Hinsicht. Was ist das für ein Gefühl, wenn ein Virus einem das Geschäftsmodell zerlegt?

Heithecker: Es war von einem Tag auf den anderen alles anders. Die IFA hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und wir durften gemeinsam mit der Industrie und unseren Kooperationspartnern eine echte Erfolgsgeschichte feiern. Wir wollen trotz allem jetzt das tun, was unsere Kernkompetenz ist: Menschen zusammenbringen und der Branche eine globale Plattform für Geschäfte bieten. Viele unserer Partner haben nicht nur den Willen, sondern sehen auch die Notwendigkeit, genau das zu nutzen und sich lieber in Berlin zu präsentieren, als auf Roadshows ihr eigenes Ding durchzuziehen.

Wie ist das Echo der Industrie und welche großen Namen zeigen in Berlin Flagge?

Das Echo ist sehr unterschiedlich. Auf der einen Seiten haben wir Unternehmen, bei denen Reisen und Events auf globaler Ebene nicht erlaubt sind. Wir stoßen vereinzelt auch auf irrationale Furcht. Aber es gibt auch diejenigen, die die Chance sehen und uns vertrauen, dass wir alle Maßnahmen treffen um höchstmögliche Sicherheit auf der IFA Special Edition zu bieten. Wir haben Verständnis für Ängste und Vorsicht. Deshalb werden wir alles Erdenkliche tun, um die Gesundheit aller Beteiligten zu schützen.

Stand heute sicher dabei sind Ataraina / Creative Technology, AVM, Bleu Jour, BSH, Ecovacs, GN Hearing, Haier, Honor, Huawei, JVC Kenwood, LG, Miele, Neato Robotics, Qualcomm, Realme, robovox / Zaco, Satisfyer, Schneider electric, Shelly / Allterco, TCL, TP-Link, Tuya und Wessel-Werk. Aber wir sind nicht nur in diesen ungewöhnlichen Zeiten flexibel und bis zum letzten Moment offen für Interessenten.


„Wir wollen trotz allem jetzt das tun, was unsere Kernkompetenz ist: Menschen zusammenbringen und der Branche eine globale Plattform für Geschäfte bieten."

Auf Händlerseite wird oft gefragt, ob es in Berlin in diesem Jahr überhaupt Produkte zu sehen gibt. Wird das so sein?

Ja, es wird Produkte zu sehen geben. Auf jeden Fall für die Presse, aber es hängt natürlich von der Industrie ab, was sie mitbringen und zeigen wollen. Es macht viel Sinn, Highlight-Produkte zu präsentieren - aber es ist an der Industrie.

Wir wissen um die Unsicherheit im Handel, ob sich die Reise nach Berlin lohnt. Aber allein schon der Kontakt mit der Industrie und die Möglichkeit, mit mehreren Anbietern die Strategie für die Saison an einem Ort zu besprechen ist ein enormer Vorteil. Für Euronics-Mitglieder ist die Generalversammlung inklusive Knüllermarkt ein zusätzliches Argument. Aber vieles kann sich auch noch kurzfristig ergeben.

Die Registrierung für Händler ist seit kurzem offen. Wie ist die Resonanz?

Innerhalb weniger Tage haben sich 100 Händler registriert. Das war für uns angesichts der noch nicht nominierten Aussteller eine sehr positive Resonanz. Wer Interesse hat, kann das mit seiner Registrierung zeigen, ohne sich verbindlich festzulegen. Das ist auch ein starkes Signal an die Industrie und verstärkt im Wechselspiel deren Motivation, sich zu präsentieren.

Die Messe Berlin hat sehr früh veröffentlicht, dass mehr als 800 Medienvertreter bereits zugesagt haben. Warum legen Sie so einen starken Fokus auf die Medienpräsenz?

Das Medieninteresse ist gewaltig. Kern der IFA war es schon immer, durch Presseveröffentlichungen die Kommunikation von Industrie und Handel zu unterstützen, so klare Kaufanreize zu setzen und den Absatz anzukurbeln. Wir wollen die Markenprodukte zur Saison in das Rampenlicht der Öffentlichkeit stellen. Deshalb ist die Medienarbeit auch in Corona-Zeiten eine Leistung, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.


„ ... allein schon der Kontakt mit der Industrie und die Möglichkeit, mit mehreren Anbietern die Strategie für die Saison an einem Ort zu besprechen ist ein enormer Vorteil."

Die Geschäftsführung des IFA-Veranstalters gfu wechselt in diesem Jahr und auch die Messe Berlin bekommt einen neuen Chef. Ändert sich dadurch die Ausrichtung der IFA?

Die Zusammenarbeit von Messe Berlin und gfu ist über viele Jahre sehr intensiv und erfolgreich. Die Kooperation erstreckt sich über viele Ebenen und Gremien. An dieser engen Partnerschaft wird sich nichts ändern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der neuen Geschäftsführerin der gfu. Unser gemeinsames Ziel war und ist der Erfolg der IFA. Das bleibt auch so.

Worauf freuen Sie sich auf der IFA 2020 besonders?

Menschen zu treffen. Menschen, die sich nicht von Corona unterkriegen lassen. Am Ende haben wir doch das Glück, in einer Branche mit – sorry – geilen Produkten arbeiten zu dürfen. Viele beneiden uns um diese Innovationskraft und Attraktivität. Wenn wir es auch in diesem Jahr schaffen, das zu vermitteln und die Akteure erfolgreich zusammen zu bringen, dann geht mir das Herz auf.

Herr Heithecker, vielen Dank für das interessante Gespräch!

FOTOS: MESSE BERLIN

Die Fragen stellte hitec-Redakteur Joachim Dünkelmann

Dieser Artikel ist erstmals am 4. August in der Printausgabe von hitec Magazin 08 / 2020 erschienen.

 

Schlagwörter

IFA, gfu, Messe Berlin

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